Ratgeber · Podcast & Storytelling
Storytelling-Podcast: wie aus Folgen eine Geschichte wird
Die meisten Business-Podcasts scheitern nicht an der Technik und nicht an der Reichweite. Sie scheitern daran, dass sie Themen abarbeiten, statt etwas zu erzählen. Diese Seite zeigt das Handwerk dahinter: die Dramaturgie einer Folge, die drei Geschichten, die in jeden Business-Podcast gehören, den Bogen über eine ganze Staffel – und die Stellen, an denen Zuhörer zu Kunden werden.
Die kurze Antwort
Ein Storytelling-Podcast erzählt, statt zu referieren. Nicht „heute sprechen wir über Kundenbindung“, sondern: „Letzte Woche hat uns ein Kunde gekündigt, und der Grund stand in unserem eigenen Angebot.“ Gleiches Thema, gleiches Wissen – nur eine der beiden Folgen wird zu Ende gehört.
Der Unterschied ist keine Frage des Talents, sondern der Reihenfolge. Eine erzählende Folge hat eine Figur, ein Hindernis, eine Entscheidung und ein Ergebnis – in dieser Abfolge. Eine referierende Folge hat die Punkte eins bis fünf. Punkt drei hört niemand mehr.
Für einen Unternehmens-Podcast ist das keine Stilfrage, sondern die Verkaufsmechanik: Vertrauen entsteht beim Zuhören, lange bevor das erste Wort über den Preis fällt.
Was ein Storytelling-Podcast ist
Ein Storytelling-Podcast ist ein Podcast, der seinen Inhalt als Geschichte baut statt als Vortrag: Es gibt jemanden, dem etwas passiert, etwas steht im Weg, es wird entschieden, danach ist etwas anders. Diese vier Teile sind das ganze Handwerk. Alles Weitere – Musik, Schnitt, Gastauswahl, Veröffentlichungsrhythmus – ist Ausstattung.
Der Begriff wird für zwei Dinge benutzt, und das sorgt regelmäßig für Missverständnisse. Gemeint sein können erzählende Podcasts – die aufwendig recherchierten Formate, die eine einzige Geschichte über mehrere Folgen auffächeln, oft True Crime, Dokumentation, Zeitgeschichte. Oder Podcasts, die Storytelling als Werkzeug einsetzen, um Wissen und Angebote verständlich zu machen: Unternehmens-Podcasts, Experten-Podcasts, Interview-Formate. Um die zweite Sorte geht es hier. Die erste liefert allerdings das Handwerk, von dem die zweite lebt.
Praktisch gibt es vier Formate, und sie unterscheiden sich darin, wer die Geschichte erzählt:
- Erzählte Recherche. Eine Stimme führt durch einen Fall, Einspieler und Gesprächsausschnitte belegen ihn. Aufwändig: Skript, Schnitt, Archiv. Das stärkste Format und das teuerste.
- Ich-Erzählung. Du erzählst aus der eigenen Arbeit: was diese Woche passiert ist, was schiefging, was du daraus gelernt hast. Niedrige Produktionskosten, hohe Bindung – und das Format, in dem die meisten Unternehmens-Podcasts gewinnen könnten, wenn sie es benutzen würden.
- Moderiertes Storytelling. Ein Interview, aber mit Erzählbogen: Der Gast wird nicht abgefragt, sondern durch seine eigene Geschichte geführt. Dazu gehört ein Fragengerüst, kein Fragenkatalog.
- Die Fallgeschichte. Eine Folge, ein Kunde, ein Vorher-Nachher. Das kommerziell wirksamste Format, weil der Zuhörer sich selbst in der Ausgangslage wiedererkennt.
Die Formate schließen sich nicht aus. Ein funktionierender Unternehmens-Podcast wechselt zwischen Ich-Erzählung und Fallgeschichte und setzt moderiertes Storytelling als Abwechslung dazwischen. Was er nicht tut: jede Woche ein neues Thema durchnummerieren.
Warum die meisten bei Folge sieben aufhören
Wer einen Podcast über Themen baut, hat ein Vorratsproblem. Die ersten Folgen schreiben sich von selbst, weil die großen Themen offen liegen: Positionierung, Preise, Kundengewinnung, Mitarbeiter. Nach sechs, sieben Folgen ist die Liste leer. Dann kommt die Folge, in der entschuldigend erklärt wird, dass es gerade viel zu tun gab – und danach kommt keine mehr.
Wer einen Podcast über Geschichten baut, hat dieses Problem nicht. Geschichten sind kein Vorrat, sie sind ein Zufluss. Jede Woche passiert etwas: ein Kunde entscheidet sich, ein anderer nicht, ein Projekt kippt, jemand sagt im Erstgespräch einen Satz, der alles erklärt. Das sind die Folgen. Das Thema ist nur die Schublade, in die man sie hinterher legt.
Themen gehen aus. Geschichten passieren.
Der zweite Grund ist unangenehmer: Ein Themen-Podcast ist austauschbar. Zu jedem Thema gibt es bessere, längere, besser produzierte Folgen von Leuten mit mehr Reichweite. Deine Geschichten gibt es nur bei dir. Sie sind der einzige Teil des Inhalts, der nicht kopierbar ist – derselbe Grund, aus dem Storytelling im Unternehmen überhaupt funktioniert.
Die Dramaturgie einer Folge: fünf Teile
Eine Folge, die gehört wird, hat fünf Teile in fester Reihenfolge. Die Reihenfolge ist der eigentliche Trick: Der Haken steht vor der Einordnung, nicht danach. Fast alle machen es umgekehrt und beginnen mit Begrüßung, Vorstellung und Themaankündigung – genau in der Minute, in der entschieden wird, ob weitergehört wird.
- Der Haken, 0:00 bis 0:30. Ein konkreter Moment, mitten hinein. Ein Satz, der jemand gesagt hat. Eine Zahl, die nicht zusammenpasst. Keine Begrüßung, kein Jingle, keine Vorstellung. Beides kommt danach.
- Die Lage. Wer ist das, wo steht die Person, was ist normal in ihrer Welt. Vier bis sechs Sätze. Hier darf der Zuhörer erkennen: Das bin ich.
- Das Hindernis. Was im Weg stand – und zwar echt. Keine Floskel („fehlende Sichtbarkeit“), sondern der konkrete Widerstand: Der Preis wurde dreimal gedrückt. Die Anlage stand und keiner wusste, warum. Das ist der Teil, den fast alle überspringen, und der Teil, ohne den es keine Geschichte ist.
- Die Entscheidung. Was getan wurde und warum gerade das. Hier gehört dein Wissen hinein – nicht als Lektion, sondern als Begründung einer Entscheidung. Derselbe Inhalt, andere Verpackung, vierfache Verweildauer.
- Die Übergabe. Was danach anders war, und die eine Frage, die der Zuhörer sich jetzt selbst stellt. Ein Aufruf, nicht drei.
Anleitung für eine Folge
- Haken: „_______“ – das hat _______ gesagt, als _______.
- Lage: _______ arbeitet seit _______ als _______. Normal ist bei ihr _______.
- Hindernis: Dann _______. Das hat _______ gekostet.
- Entscheidung: Sie hat _______ gemacht, weil _______.
- Übergabe: Heute _______. Die Frage für dich: _______?
Fünf Sätze, handschriftlich, vor der Aufnahme. Mehr Skript braucht keine Folge unter 25 Minuten.
Wenn du die fünf Sätze nicht ausgefüllt bekommst, fehlt nicht die Formulierung, sondern das Material. Dann ist es ein Thema und noch keine Folge. Die häufigste Lücke sitzt bei Punkt drei: kein Hindernis, also keine Spannung, also kein Grund weiterzuhören.
Die ersten dreißig Sekunden
Der Einstieg entscheidet über die Folge, und er ist der Teil, bei dem sich Aufwand am stärksten rechnet. Jede Podcast-Statistikauswertung zeigt denselben Abbruchpunkt: die erste Minute. Hier steht in den meisten Podcasts die Begrüßung.
Die übliche Fassung
„Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge. Ich freue mich, dass du wieder dabei bist. Heute geht es um das Thema Preisgespräche, ein Thema, das viele von euch bewegt, und ich habe mir dazu ein paar Punkte überlegt…“
Nach 20 Sekunden weiß der Zuhörer: Es kommt eine Aufzählung. Nichts steht auf dem Spiel.
Die erzählende Fassung
„‚Sie sind zwanzig Prozent teurer als die anderen beiden.‘ Diesen Satz hörte Markus zum dritten Mal in zwei Wochen. Sein Angebot war das beste von dreien. Verloren hat er dreimal. Was dann im vierten Gespräch passiert ist, hat nichts mit dem Preis zu tun.“
Nach 20 Sekunden ist eine Frage offen. Offene Fragen halten Menschen fest – im Fernsehen heißt das Cliffhanger, im Podcast funktioniert es genauso.
Die Begrüßung ist damit nicht verboten, sie rückt nur nach hinten: Haken, dann Jingle, dann zwei Sätze Begrüßung und Einordnung. In dieser Reihenfolge ist sie ein Atemholen statt einer Hürde.
Die drei Geschichten im Podcast
Eine einzelne Folge kann stark sein und der Podcast trotzdem nichts verkaufen. Der Grund liegt eine Ebene höher: Ein Podcast, der Kunden bringt, erzählt über alle Folgen hinweg drei Geschichten. Sie beantworten die drei Fragen, die jeder potenzielle Kunde hat, bevor er anfragt – und sie haben im Podcast jeweils ihren eigenen Platz.
Geschichte 1
Die Ursprungsgeschichte → Trailer und Folge 0
Beantwortet: Warum machst du das überhaupt?
Warum es dich gibt, warum dieses Thema und nicht ein anderes. Diese Geschichte gehört in den Trailer und in die erste Folge – und zwar als Szene, nicht als Lebenslauf. Nicht „ich bin seit zwölf Jahren Berater für…“, sondern der Moment, in dem du entschieden hast, es anders zu machen.
Der Trailer ist dabei die am meisten unterschätzte Folge überhaupt. Er läuft in jeder Podcast-App über der Folgenliste, er ist bei vielen Hörern der erste Kontakt, und er wird in 90 Sekunden gehandelt. Dafür lohnt sich ein Skript, Satz für Satz.
Anleitung Trailer
- Der Moment: „_______“ (ein Satz, eine Szene, kein Rückblick)
- Die Einsicht: Damals wurde mir klar, dass _______.
- Das Versprechen: In diesem Podcast hörst du _______.
- Für wen: Wenn du _______ bist und _______ willst, bleib dabei.
Geschichte 2
Die Kundengeschichte → die Fallfolgen
Beantwortet: Wer gewinnt bei dir – und bin ich das?
Eine Folge, ein Kunde, vier Schritte: Ausgangslage, Hindernis, Entscheidung, Ergebnis. Diese Folgen sind die, nach denen Anfragen kommen, und sie sind die, die am seltensten produziert werden – weil sie unangenehm sind. Man muss jemanden fragen, man muss Zahlen nennen, man muss zugeben, was zuerst nicht funktioniert hat.
Genau das Zugeben ist der Wirkmechanismus. Eine Fallgeschichte ohne Hindernis klingt wie Werbung und wird wie Werbung gehört. Eine mit Hindernis klingt wie Erfahrung. Der Widerstand ist der Beweis, dass es echt war.
Eine Fallfolge alle vier bis sechs Wochen reicht. Mehr wirkt wie ein Schaufenster.
Geschichte 3
Die Zukunftsgeschichte → der Bogen über die Staffel
Beantwortet: Was ist danach anders?
Die Zukunftsgeschichte beschreibt den Zustand, in dem dein Zuhörer sein will – nicht als Versprechen, sondern als Beschreibung eines Dienstagmorgens in sechs Monaten. Im Podcast ist sie kein einzelner Abschnitt, sondern eine Richtung: Jede Folge zeigt ein Stück davon.
Praktisch steht sie an zwei Stellen. Im Outro, in einem Satz, der immer derselbe ist – Wiedererkennung entsteht durch Wiederholung. Und im Staffelbogen, der die Folgen in eine Ordnung bringt.
Diese drei Geschichten sind nicht auf Podcasts beschränkt; sie sind die Grundlage der GDV-Methode und funktionieren genauso auf einer Website, im Erstgespräch und im Pitch. Die Anleitungen und ein komplett durchgezogenes Beispiel stehen auf Storytelling-Buch: die drei Geschichten, die verkaufen.
Zwölf Folgen als eine Geschichte
Ein Staffelbogen ist die billigste Verbesserung, die ein Podcast haben kann: Er kostet einen Nachmittag und verändert jede Folge danach. Statt zwölf einzelner Folgen entsteht ein Weg, auf dem der Zuhörer vorankommt – und damit ein Grund, die nächste Folge zu hören.
- Folgen 1 bis 3: das Problem benennen. Drei Folgen, die beschreiben, was schiefläuft, und zwar genauer, als der Zuhörer es selbst könnte. Noch keine Lösung. Wer hier schon löst, verliert den Rest der Staffel.
- Folgen 4 bis 6: die falschen Wege. Was die meisten stattdessen versuchen und warum es nicht trägt. Diese Folgen schaffen das Vertrauen, weil sie Dinge aussortieren, statt etwas zu verkaufen.
- Folgen 7 bis 9: der eigene Weg, in Teilen. Jetzt kommt die Methode – aber zerlegt, eine Komponente pro Folge, jede mit einer Fallgeschichte daneben.
- Folgen 10 bis 12: der Beweis und der nächste Schritt. Zwei Fallfolgen, eine Folge mit den häufigsten Einwänden. Danach ist der Aufruf zur Zusammenarbeit keine Unterbrechung mehr, sondern der logische nächste Satz.
Nach zwölf Folgen beginnt der Bogen von vorn, mit anderem Material und für neue Hörer. Das ist kein Mangel an Ideen, sondern der Grund, warum Formate im Fernsehen Staffeln haben.
Interviewfolgen: den Gast zur Geschichte bringen
Interviews sind der häufigste Grund, warum ein Podcast langweilig wird. Nicht wegen der Gäste, sondern wegen der Fragen. Wer fragt „Wie bist du dazu gekommen?“, bekommt einen Lebenslauf. Wer fragt „Was waren deine drei wichtigsten Tipps?“, bekommt eine Aufzählung. Beides ist keine Geschichte.
Fragen, die eine Geschichte erzwingen, haben eine Gemeinsamkeit: Sie fragen nach einem einzelnen Moment, nicht nach einer Periode.
Fünf Fragen, die erzählen lassen
- Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass es so nicht weitergeht?
- Was hat dich damals davon abgehalten, es zu ändern?
- Was war der Moment, in dem du es trotzdem gemacht hast?
- Was ist dabei schiefgegangen, das du vorher nicht erwartet hast?
- Was würdest du heute anders machen – und was auf keinen Fall?
Frage vier ist die wichtigste. Sie liefert das Hindernis, und ohne Hindernis bleibt auch das beste Gespräch ein Vortrag mit zwei Stimmen.
Dazu zwei Handgriffe, die mehr bringen als jede Technik: Nachfragen, wenn eine Zahl oder ein Satz fällt („Was hat er genau gesagt?“) – und das Vorgespräch nicht mit dem Thema führen, sondern mit der Frage, welche Geschichte der Gast noch nie erzählt hat.
Skript oder frei sprechen
Die Frage wird meist falsch gestellt. Es geht nicht um alles oder nichts, sondern darum, welche Teile einer Folge geschrieben gehören. Geschrieben wird, was präzise sein muss; frei gesprochen wird, was lebendig sein muss.
- Immer geschrieben: die ersten dreißig Sekunden. Der Haken muss sitzen, Wort für Wort. Hier wird über die ganze Folge entschieden, und freies Sprechen produziert hier zuverlässig Anläufe.
- Immer geschrieben: der Aufruf am Ende. Ein Satz, eine Handlung, eine Adresse. Wer ihn improvisiert, nennt drei Möglichkeiten, und dann passiert keine.
- Nie geschrieben: der Mittelteil. Lage, Hindernis, Entscheidung lebst du aus der Erinnerung. Fünf Stichpunkte reichen. Vorgelesene Mitten klingen vorgelesen, und Zuhörer hören das sofort.
Ausnahme ist die erzählte Recherche: Dieses Format ist ein Drehbuch mit Tonspur und funktioniert ohne vollständiges Skript nicht. Wer so produziert, rechnet mit dem Vier- bis Sechsfachen der Produktionszeit.
Die sieben häufigsten Fehler
Diese sieben kommen in Podcast-Analysen praktisch immer vor, und keiner von ihnen hat mit Technik zu tun.
- Die Begrüßung steht vor dem Haken. Der häufigste und der teuerste Fehler. Er kostet Zuhörer in der Minute, in der sie noch nichts investiert haben.
- Kein Hindernis. Es wird erzählt, wie etwas gut gelaufen ist. Ohne Widerstand gibt es keine Spannung – und keine Glaubwürdigkeit.
- Der Titel beschreibt das Thema, nicht die Spannung. „Preisverhandlung Teil 2“ gegen „Dreimal verloren, obwohl das Angebot besser war“. Gleiche Folge, anderer Folgenabruf. Der Titel ist in Podcast-Apps die ganze Anzeige.
- Drei Aufrufe am Ende. Bewerten, abonnieren, Newsletter, Erstgespräch. Jeder zusätzliche Aufruf halbiert den ersten.
- Keine eigene Seite zur Folge. Podcast-Apps sind für Suchmaschinen fast unsichtbar. Ohne Folgenseite mit Text auf der eigenen Domain verschenkt jede Folge ihre Auffindbarkeit.
- Gleichmäßige Länge als Ziel. Eine Folge ist so lang, wie die Geschichte trägt. Auf 45 Minuten gestreckte 18 Minuten hört man.
- Niemand wird gefragt. Die besten Folgen entstehen aus Sätzen von Kunden. Wer nach Gesprächen nicht mitschreibt, produziert aus dem Gedächtnis – und das Gedächtnis glättet alles Konkrete weg.
Wo ein Podcast tatsächlich verkauft
Ein Podcast verkauft nicht durch Werbeeinblendungen und nicht durch Reichweite. Er verkauft durch Vertrautheit: Wer dich dreißig Stunden gehört hat, kommt nicht als Interessent ins Erstgespräch, sondern als jemand, der sich schon entschieden hat. Diese Wirkung hat drei Stellen, und sie liegen alle außerhalb des Inhalts.
- Der Trailer entscheidet, wer bleibt. Er filtert. Wenn er klar sagt, für wen der Podcast ist, hören weniger Menschen die erste Folge – und mehr davon werden Kunden.
- Die Fallfolgen entscheiden, wer anfragt. Die Anfrage kommt fast immer nach einer Folge, in der sich jemand in der Ausgangslage wiedererkannt hat. Nicht nach der Folge mit den besten Tipps.
- Ein einziger Weg entscheidet, ob es messbar ist. Eine Adresse, in jeder Folge dieselbe, kurz und sprechbar. Wer drei Wege anbietet, kann keinen davon auswerten.
Wenn der Podcast noch nicht steht: Technik, Hosting und Veröffentlichung sind in Podcast aufnehmen – was brauche ich? beschrieben, Reichweite in 7 Tipps für mehr Reichweite. Der komplette Aufbau mit Begleitung steht in der Business Podcast Masterclass.
Was andere damit erreicht haben
Die Dramaturgie oben ist nicht theoretisch. Sie steckt in unserem eigenen Podcast seit April 2020 und in den Podcasts der Menschen, die mit ihr gearbeitet haben. Drei davon stehen ausführlich auf dieser Website.
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Platz 4 der Spotify-Charts beim Launch
Anne Roemer hat ihre Podcast-Idee während der Ausbildung entwickelt und mit einem fertigen Erzählbogen veröffentlicht: beim Launch Platz 4 der Technologie-Charts bei Spotify, Platz 19 bei Apple Podcasts.
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Nach drei Wochen die erste Folge
Sabrina Weißbrodt wollte Wissen skalieren und hatte den Podcast seit Monaten vor sich hergeschoben. Was gefehlt hat, war nicht Technik, sondern die Geschichte. Nach drei Wochen war die erste Folge online.
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Sichtbarkeit als Podcast-Beraterin
Shaghayegh Amiri berät selbst zu Podcasts und kam mit ihrer Partnerin ins Seminar, um die eigene Positionierung zu klären. Ergebnis war eine Erzählung, die deutschlandweit trägt statt nur im eigenen Netzwerk.
Erfahrung hinter dieser Seite
Bernhard Kalhammer veröffentlicht seit dem 16. April 2020 wöchentlich „Geschichten, die verkaufen“ – inzwischen über 430 Folgen zu Business Storytelling, Storyselling und Positionierung. Seine Karriere begann in der Geschäftsführung des Deutschen Sportfernsehens, wo digitale und klassische Formate für ein Millionenpublikum entstanden. Danach hat er kinoheld.de mitgegründet und dort Sales und Marketing verantwortet – vom Underdog zum deutschen Marktführer im Kinoticketing bis zum Verkauf an CTS Eventim.
Uwe von Grafenstein hat die GDV-Methode mitentwickelt und den Podcast mit aufgebaut. Als Fernsehproduzent hat er den Deutschen Fernsehpreis und den Grimme-Preis gewonnen, seine Top-5-Produktionsfirma nach zehn Jahren verkauft und Formate für Netflix produziert. Was dort Millionen Zuschauer gehalten hat, hält im Podcast den Zuhörer über die erste Minute hinaus. Uwe ist verstorben; wir führen das Werk in seinem Sinne weiter.
- Bekannt aus
- Süddeutsche Zeitung Business Punk unternehmer.de karriere.de
- Workshops für
- Google Mercedes-Benz Allianz Subaru Boston Consulting Group
Häufige Fragen zum Storytelling-Podcast
Was ist ein Storytelling-Podcast?
Ein Podcast, der seinen Inhalt als Geschichte baut statt als Vortrag: eine Figur, ein Hindernis, eine Entscheidung, ein Ergebnis. Der Begriff meint zweierlei – aufwendig erzählte Formate wie True Crime oder Dokumentationen, und Podcasts, die Storytelling als Werkzeug einsetzen, um Wissen und Angebote verständlich zu machen. Das Handwerk dahinter ist dasselbe.
Wie sollte eine Podcast-Folge aufgebaut sein?
In fünf Teilen, in dieser Reihenfolge: Haken (0:00 bis 0:30, ein konkreter Moment), Lage (wer ist das, was ist normal), Hindernis (was im Weg stand), Entscheidung (was getan wurde und warum), Übergabe (was danach anders war, plus ein einziger Aufruf). Die Begrüßung kommt nach dem Haken, nicht davor. Die Anleitung dazu steht oben auf dieser Seite.
Wie ist der Aufbau eines Storytellings?
Vier Teile: eine Figur, ein Hindernis, eine Entscheidung, ein Ergebnis. Fehlt das Hindernis, ist es keine Geschichte, sondern eine Mitteilung – das ist die häufigste Lücke in Unternehmensgeschichten und auch in Podcast-Folgen.
Wie lange sollte eine Folge sein?
So lange, wie die Geschichte trägt. In der Praxis sind das 15 bis 25 Minuten für eine Ich-Erzählung, 30 bis 45 Minuten für ein gutes Interview. Eine feste Ziellänge ist schädlich: Gestreckte Folgen hört man, und sie kosten mehr Zuhörer als ein unrunder Rhythmus.
Brauche ich ein Skript für meinen Podcast?
Für zwei Stellen ja, für den Rest nein. Geschrieben gehören die ersten dreißig Sekunden und der Aufruf am Ende – Wort für Wort. Der Mittelteil wird frei gesprochen, fünf Stichpunkte reichen. Ausnahme ist die erzählte Recherche; die ist ein Drehbuch mit Tonspur.
Wie kann ich Storytelling üben?
Mit einem Diktiergerät und einem Vorfall aus der letzten Woche. Erzähle ihn in zwei Minuten mit den vier Teilen, dann höre die Aufnahme ab. Wo du beim Zuhören abschaltest, fehlt das Hindernis. Einmal am Tag, zwei Wochen lang – das wirkt mehr als jedes Buch, weil Erzählen eine Hörfähigkeit ist, nicht eine Schreibfähigkeit.
Wie finde ich Themen für meinen Podcast?
Du suchst keine Themen, du sammelst Geschichten. Schreibe nach jedem Kundengespräch einen Satz mit, der dich überrascht hat. Nach zwei Wochen hast du mehr Folgen, als du produzieren kannst. Das Thema ist nur die Schublade, in die die Geschichte hinterher gelegt wird – deshalb gehen Themen aus und Geschichten nicht.
Wie bringe ich einen Interviewgast zum Erzählen?
Indem du nach einem Moment fragst, nicht nach einem Zeitraum. „Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass es so nicht weitergeht?“ liefert eine Szene, „Wie bist du dazu gekommen?“ liefert einen Lebenslauf. Die wirksamste Frage ist die nach dem, was unerwartet schiefgegangen ist. Das Fragengerüst mit fünf Fragen steht oben.
Lohnt sich ein Podcast noch, wenn es schon so viele gibt?
Für Reichweite um ihrer selbst willen kaum. Für Kundengewinnung ja, und zwar aus einem Grund, der von der Konkurrenz unabhängig ist: Niemand sonst hat deine Kundengeschichten. Ein Podcast mit 300 richtigen Zuhörern, die dich wöchentlich eine halbe Stunde hören, verkauft mehr als 30.000 falsche.
Wie wird aus Zuhörern Umsatz?
Über drei Stellen: den Trailer, der aussortiert, wer nicht gemeint ist; die Fallfolgen, nach denen Anfragen kommen; und einen einzigen, immer gleichen Weg am Ende jeder Folge. Drei Aufrufe halbieren den ersten. Mehr dazu unter Wo ein Podcast tatsächlich verkauft.
Fang bei der Folge an, die du schon hast
Die wenigsten Podcasts brauchen einen Neustart. Sie brauchen einen anderen ersten Satz, ein Hindernis in der Mitte und einen Weg am Ende. Beide Richtungen unten führen dorthin, nur von verschiedenen Seiten.
Wenn du wissen willst, wo du stehst
Der Story Check stellt zwölf Fragen zu den drei Geschichten und zeigt dir deine Story-Klarheit und deinen größten Hebel – die Grundlage für jede Folge, die du danach aufnimmst.
Story Check startenWenn du den Podcast aufbauen willst
In der Business Podcast Masterclass steht der komplette Weg: von der Positionierung über Trailer und Staffelbogen bis zur Veröffentlichung – ohne technische Vorkenntnisse.
Masterclass ansehenDie Folge, die gehört wird, ist nicht die mit den besten Tipps. Es ist die, in der etwas auf dem Spiel steht.